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Turbulente Tage waren das zuletzt, obwohl es noch keine nennenswerten und vorzeigbaren Ergebnisse gibt. Ich habe alle Weichen wie seit längerem geplant Mehrsystem-tauglich modifiziert und das Ergebnis stolz im Kreise der Teppichbahner vorgestellt. Schließlich habe ich dafür erstmalig meine Scheu vor dem Löten im größeren Umfang überwunden und auch extra einen Arbeitsplatz in der Garage eingerichtet. Genau dort, wo zu Beginn die Garagenbahn gestanden hatte. Geerntet habe ich kein Lob, sondern Kritik: Zweischienen-Fahrzeuge würden auf dem sieben Zentimeter langen stromlosen Abschnitt vom Herzstück bis zur Weichenzunge nur allzuoft stehen bleiben. Zwar sachlich korrekt, aber trotzdem haben wir uns gestritten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte niemand von den anderen Teppichbahnern klare Worte ausgesprochen, das ein Umbau nach bekanntem Standard plötzlich unakzeptabel sein sollte.
 
Na ja, wir haben uns wieder zusammengerauft und ich habe einen kleineren Teil unserer Weichen zu einem Freund geschickt, der sich eine neue technische Lösung hat einfallen lassen. So lange ersetzt ein einfaches Streckengleis den kleinen Bahnhof und den Abstellbahnhof unter der Galerie. Bei den dabei anfallenden Gleisbauarbeiten habe ich endlich die endlose Mehrsystem-Strecke realisiert. Wenn die Weichen wieder zurück sind, werden sie ausgiebig getestet. Eine Trix-Drehgestell-Lokomotive für nur fünfzig Euro hat sich deshalb extra zu unserem Lokomotiv-Bestand dazu gesellt.
 
 
Im letzten Tagebucheintrag habe ich noch hoch erfreut von den neuesten Errungenschaften für die Steuersoftware geschrieben, am 1. November verweigerte sie dann ihren Dienst. Ein kurzer Blick in das WinDigital-FS-Forum ließ schnell erkennen, dass es sich nicht um ein individuelles Problem handelte, alle Nutzer waren betroffen. Irgendein Spaßvogel hatte in das Freeware-Programm ein Ablaufdatum programmiert. Mittlerweile wurde zwar Abhilfe geschaffen, aber dennoch habe ich mich nach Alternativen umgeschaut.
 
RocRail heißt die neue Computer-Anwendung und sie hat zwei entscheidende Vorteile: das Entwicklerteam ist noch emsig tätig und das Programm kann in einem Netzwerk laufen. Damit könnten bei den Teppichbahn-Treffen die unterschiedlichsten Teil-Anlagen mit beliebigen Steuerzentralen miteinander verknüpft werden. Es gibt auch Nachteile oder besser: liebgewonnene Eigenschaften des Vorgängers sind anders gelöst, manche Funktionen nicht vorhanden. Aber es werden laufend Updates produziert und persönliche Wünsche eingearbeitet.
 
Es gab noch ein paar lange Wochenenden und das sind immer gute Zeiten, um günstig bei eBay einzukaufen. So sind jetzt 39 der 44 Weichen mit elektrischem Antrieb und Digitaldecoder ausgestattet und können vom Computer, der Zentrale oder dem schnurlosen Telefon aus ferngeschaltet werden. Der Computer ist natürlich der bevorzugte Ort, um Weichen zu schalten. Man muss keine Decoder-Adressen wissen und klickt einfach auf das Weichensysmbol. Anschließend kann man auf dem virtuellen Gleisbildstellpult deutlich sehen, ob auch alle Weichen korrekt gestellt sind. Wenn ich mich weiter in das Programm RocRail eingearbeitet habe und Fahrstraßen zusammenstellen kann, wird ein Mausklick reichen und alle Weichen für ein bestimmtes Gleis sind richtig umgelegt.
 
 
Zum Schluss noch ein kleiner Spaß, unser Reach Stacker aus Lego. Wenn ich mal irgendwann die Zeit dazu habe und bis dahin so Firmen wie zum Beispiel Siku ein solches Fahrzeug nicht in das Sortiment aufgenommen haben, dann versuche ich selber mal aus zersägten Metallfahrzeugen so etwas zusammen zu frimeln. Bis dahin habe ich bestimmt auch geeignete und nicht all zu teure Tragwagen dafür beschafft.
 
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